| Der allererste Weihnachtsbaum 2. Teil
„Das ist es ja gerade“, knurrte der Weihnachtsmann, „ich bin zu alt und zu dumm dazu. Ich habe schon richtiges Kopfweh vom vielen Nachdenken, und es fällt mir doch nichts Vernünftiges ein. Wenn es so weitergeht, schläft allmählich die ganze Sache ein, und es wir ein Fest wie alle anderen, von denen die Menschen dann nichts anderes haben, als Faulenzen, Essen und Trinken.“ Nachdenklich gingen die beiden durch den weissen Winterwald, der Weihnachtsmann mit brummigem, das Christkindchen mit nachdenklichem Gesicht. Es war so still im Wald, kein Zweig rührte sich, nur wenn die Eule sich auf einem Ast setzte, fiel ein Stück Schneebehang mit halblautem Ton herab. So kamen die beiden, den Spitz hinter sich, aus dem hohen Holz auf einen alten Kahlschlag, auf dem grosse und kleine Tannen standen, Das sah wunderschön aus. Der Mond schien hell und klar, alle Sterne leuchteten, der Schnee sah aus wie Silber und die Tannen standen darin, schwarz und weiss, dass es eine Pracht war. Eine fünf Fuss hohe Tanne, die allein im Vordergrund stand, sah besonders reizend aus. Sie war regelmässig gewachsen, hatte auf jedem Zweig einen Schneestreifen, an den Zweigspitzen kleine Eiszapfen, und glitzerte und flimmerte nur so im Mondenschein. Das Christkindchen liess den Arm des Weihnachtsmannes los, stiess den Alten an, zeigte auf die Tanne und sagte:“ Ist das nicht wunderhübsch?“ „Ja“, sagte der Alte, „aber was hilft mir das?“ „Gib ein paar Äpfel her“, sagte das Christkindchen, „ich habe da einen Gedanken.“ Der Weihnachtsmann machte ein dummes Gesicht, denn er konnte sich nicht recht vorstellen, dass das Christkind bei der Kälte Appetit auf die eiskalten Äpfel hatte. Er hatte zwar noch einen guten, alten Schnaps, aber den mochte er dem Christkindchen nicht anbieten. Er machte sein Tragband ab, stellte seine riesige Kiepe in den Schnee, kramte darin herum und langte ein paar recht schöne Äpfel heraus. Dann fasste er in die Tasche, holte sein Messer heraus, wetzte es an einem Buchenstamm und reichte es dem Christkindchen. „Sieh, wie schlau du bist“, sagte das Christkindchen. „Nun schneid mal etwas Bindfaden in zwei fingerlange Stücke, und mach mir kleine Pflöckchen.“ Dem Alten kam das alles etwas ulkig vor, aber er sagte nichts und tat, was das Christkindchen ihm sagte. Als er die Bindfäden und die Pflöckchen fertig hatte, nahm das Christkind einen Apfel und steckte ein Pflöckchen hinein, band den Faden daran und hängte den an einen Ast. „So“, sagte es dann, „nun müssen auch an die anderen welche, und dabei kannst du helfen, aber vorsichtig, das kein Schnee abfällt!“
Was mögen sie nur vorhaben? Komm morgen wieder, dann geht es weiter...
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